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Beispiele und Anregungen

Ihre persönlichen Geschichten zu einem Stück Papier wird in der erzählweise lebendig.
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf.
Oder Sie schreiben es uns.

Hier finden Sie einige Anregungen. Wir freuen uns auf Ihre Geschichten!

Zeitung

Heidenheimer Zeitung
© Heidenheimer Zeitung

Ein Zeitungsfoto aus dem Heidenheim der 1950-er Jahre. - Überhaupt, Zeitungen.
Was erwartet man, wenn man die Zeitung aufschlägt? Katastrophenmeldungen, Lokalnachrichten, Unterhaltsames. Der historische Zeitraum der erzählweise - die Zeit von 1930 bis 1960 - beginnt in der Weltwirtschaftskrise. Auch Heidenheim ist stark betroffen von Arbeitslosigkeit, Hunger und Not. Angesichts der Lage gibt die Metzgerinnung über die Presse bekannt, dass sie Rindfleisch um 10 Pfennig pro Pfund billiger machen will. Auch die Bäckerinnung bleibt nicht tatenlos. Sie hält zwar die Preise, bäckt aber größere Brötchen und erhöht einfach das Gewicht ihrer Wecken. - Solche Meldungen stehen in den Zeitungen. Sie treffen auf viele Leser und werden zum Tagesgespräch.

Haben Sie eine Geschichte zu einem ähnlichen Moment, einem ähnlichen Ereignis? Hängt sie zusammen mit einem Stück Papier?
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf. Oder Sie schreiben es uns.

 

Vordruck

Wiegekarte
Martin Böttger, Heidenheim

Eine Baby-Wiegekarte. Auf der Rückseite befindet sich die Tabelle zum Eintragen von Gewicht und Größe des Neugeborenen. - Was tut man mit dem Kind, was tut man mit der Karte? Küssen und wiegen das Kind und auf der Karte die Werte notieren! Alle paar Tage wird es wiederholt: küssen - wiegen - notieren, küssen - wiegen - notieren.
Man schreibt es zur direkten Gesundheitskontrolle auf, dann aber auch als Erinnerung für die Zukunft. Für eine Zeit, in der sich das Kind nicht mehr wickeln lassen wird. Dann möchte man sich, mit der Wiegekarte in der Hand, erinnern an den kleinen Zwerg. Und an die Küsse, die man ihm gegeben hat.

Haben Sie eine Geschichte zu einem ähnlichen Moment, einem ähnlichen Ereignis? Hängt sie zusammen mit einem Stück Papier?
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf. Oder Sie schreiben es uns.

 

Tagebuch

Tagebuch

Tagebücher wissen manches, was sonst keiner weiß. Außer denen, die unerlaubt darin lesen!
Wer hat nicht schon gelegentlich in fremden Aufzeichnungen geblättert? Oder was geht einem durch den Kopf, wenn man nach Jahren eigene Texte wieder liest?

Haben Sie eine Geschichte zu einem ähnlichen Moment, einem ähnlichen Ereignis? Hängt sie zusammen mit einem Stück Papier?
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf. Oder Sie schreiben es uns.

 

Brief

Brief
WCM-Stoffdruckmuseum,
Heidenheim

Ein Heidenheimer schreibt 1940 eine Feldpost an seine ehemalige Firma. Dort hat er vor seiner Einberufung zum Kriegsdienst gearbeitet und vielleicht wird er danach wieder dort arbeiten. Die Firma hat ihm ein Päckchen mit Zigarren an die Front geschickt. Er schreibt: “Werte Firma! Für die kleine Freude & Aufmerksamkeit meinen soldatischen Dank.”
Welche Gedanken und Gefühle werden ihn dazu gebracht haben, so zu antworten? Pure Höflichkeit? Sarkasmus? Die Sorge, als nicht-soldatisch zu gelten, was durchaus gefährlich war? Oder ist er Nichtraucher?
Alle Grüße aus der Heimat können einem Soldaten Zwiespältiges bescheren: goldenes Erinnern an Zuhause und gleichzeitig einen vergrößerten Schmerz des Wegseins.

Haben Sie eine Geschichte zu einem ähnlichen Moment, einem ähnlichen Ereignis? Hängt sie zusammen mit einem Stück Papier?
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf. Oder Sie schreiben es uns.

 

Foto

Foto
Martin Böttger, Heidenheim

Ein altes Foto aus Kindertagen reicht, um sich haargenau zu erinnern: Man weiß sofort, was an dem Tag gesprochen und was gegessen wurde. Man hört die Stimmen von damals und sieht die Sonne, wie sie aufs Tischtuch fiel.
Sogar die Gefühle sind da: Es kann Scham sein wegen einer Albernheit, die man sich vor einem Besuch geleistet hat. Oder eine Genervtheit, weil die Eltern wieder einen Spaß nicht zulassen wollten… Noch nach Jahrzehnten sehnt man sich nach genau diesem Tag zurück, den das Foto zeigt, obwohl es nur einer von vielen war. Die anderen, sie sind vergessen.

Haben Sie eine Geschichte zu einem ähnlichen Moment, einem ähnlichen Ereignis? Hängt sie zusammen mit einem Stück Papier?
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf. Oder Sie schreiben es uns.

 

Kaufbeleg

Kaufbeleg

Angezahlt sind 58 DM für ein Kaffeeservice von Rosenthal. Die Verlobten stehen einen Moment unschlüssig, nachdem sie das Geld aus der Hand gegeben und die Quittung in Empfang genommen haben. Erst die freundliche Verabschiedung durch die Verkäuferin - die ihre Kunden im Übrigen erstklassig beraten hat - erst ihr Händedruck und die aufgerissene Ladentür schieben die zwei Menschen hinaus in ihr neues Leben.
So könnte es gewesen sein, oder auch ganz anders.

Haben Sie eine Geschichte zu einem ähnlichen Moment, einem ähnlichen Ereignis? Hängt sie zusammen mit einem Stück Papier?
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf. Oder Sie schreiben es uns.

 

Wertpapier

Wertpapier
WCM-Stoffdruckmuseum,
Heidenheim

In einer Aktie steckt ein Stück von einer Firma. Ein gutes Stück, nicht nur ein paar Schrauben! Mindestens zwei Walzen, eine Kurbel und ein Spezialgewinde. Es kann sogar mehr werden und nur, wenn man Pech hat, wird es weniger.
Übrig bleibt dann vielleicht nur eine Unterlegscheibe. Mit der hat man aber wieder Glück: Man kann durch ihr Loch ein Band fädeln und sie sich um den Hals hängen, das ist schön! Oder man baut damit eine neue Maschine.

Haben Sie eine Geschichte zu einem ähnlichen Moment, einem ähnlichen Ereignis? Hängt sie zusammen mit einem Stück Papier?
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf. Oder Sie schreiben es uns.

 

Dokument

Dokument
WCM-Stoffdruckmuseum,
Heidenheim

1935 kam ein Gesetz heraus, das die Einführung von Arbeitsbüchern bestimmte. Jeder Arbeiter und Angestellte musste ein solches führen - mit Angaben zu allen bisherigen Arbeitstätigkeiten und den Gründen für ihre Beendigung.
Gesetze kommen von oben, gute wie schlechte. Das Arbeitsbuchgesetz sieht auf den ersten Blick aus, als würde es nur der Ordnung dienen. Unten, bei den Regierten, wird es durchaus unterschiedlich wahrgenommen worden sein! - Was ist denn eigentlich mit der sprichwörtlichen Geduldigkeit des Papiers? Auch Gesetze stehen auf Papier. Gerichtsurteile, Verträge und Ausweisdokumente. Sind solche Papiere nicht geduldig, sind sie grundsätzlich anders als anderes Papier?

Haben Sie eine Geschichte zu einem ähnlichen Moment, einem ähnlichen Ereignis? Hängt sie zusammen mit einem Stück Papier?
Erzählen Sie uns, wir schreiben es auf. Oder Sie schreiben es uns.

 

Texte: Eva Borcherding